Gedenkporträts

In Memory Of

Porträt von Chris Jung

Zum Gedenken an Chris Jung

Dies ist ein Projekt zum Gedenken an die Opfer des 7. Oktober 2023 in Israel – in Dankbarkeit für die unermessliche Herzlichkeit, die ich in Israel erfahren durfte.

Mit diesem Projekt möchte ich auch meiner geliebten Mutter ein Denkmal setzen, die mir so viel und noch viel mehr gegeben hat – als hätte sie gewusst, dass ihre Zeit begrenzt sein würde.

Chris Jung (30. April 1969 – 18. Januar 2021)

Porträt von Dvir Karp

Zum Gedenken an Dvir Karp

Zu Beginn des Jahres 2024 entstand dieses Porträt zum Gedenken an Dvir Karp, der am 7. Oktober 2023 im Kibbutz Re'im von der Hamas ermordet wurde, als er seine Kinder schützte.

Dvir, 46 Jahre alt, war Vater von Darya, Liya und Lavi. Mit großer Leidenschaft stellte er handgefertigte Schokolade her und war für seine besonderen Kreationen bekannt.

Nach dem 7. Oktober fiel es mir schwer, Worte für das Geschehene zu finden. Ich erinnerte mich an ein Porträt, das ich einst von meiner verstorbenen Mutter gemalt hatte und daran, wie bedeutungsvoll dieser Prozess für mich gewesen war. So begann ich zu malen, was ich nicht in Worte fassen konnte.

Als ich Dvirs Frau Reut Karp später in der Übergangsunterkunft der Bewohner des Kibbuz Re'im traf, um ihr das Porträt zu übergeben, begegneten wir einer älteren Frau und einem Mann, die einen großen Eimer voller Orangen durch den Flur trugen. Sie erzählten uns, dass sie vorhin zu Hause gewesen waren, wo sie die Orangen gepflückt hatten – einem Zuhause, das sie seit dem 7. Oktober nicht mehr bewohnen konnten. Sie boten mir Orangen an und als sie das Porträt betrachteten, sagten beide: „Das ist er.“

Als ich diese Worte hörte, wurde mir bewusst, wie lebendig Dvir in den Erinnerungen der Menschen weiterlebt, die ihn kannten und liebten. Gleichzeitig machten mir diese einfachen Worte schmerzlich klar, wie plötzlich er aus dem Leben gerissen worden war.

Einige Monate später durfte ich die besondere Schokolade nach Dvirs eigener Rezeptur in einem Café probieren, das Reut als Zeichen von Resilienz eröffnet hatte – mit Produkten aus dem Kibbutz Re'im und der Unterstützung seiner Bewohner. Es war eine bewegende Erinnerung an Dvir, die durch sein Handwerk weiterlebt.

Mein Porträt von Dvir drückt aus, was ich nicht in Worte fassen kann: „Das ist er.“

Instagram: @dvir_chocolate

Porträt von Daniel Levi Ludmir

Zum Gedenken an Daniel Levi Ludmir

Dieses Porträt entstand zum Gedenken an Daniel Levi Ludmir, einen Arzt, der ursprünglich aus Lima in Peru stammte und mit seiner Frau und seinen zwei Kindern in Israel lebte. Er arbeitete am Soroka Medical Center und wurde am 7. Oktober 2023 im Kibbutz Be'eri von der Hamas ermordet, während er Verwundete versorgte.

Was mich besonders bewegte, war die Klarheit seiner Berufung: zu heilen, zu dienen und anderen Menschen in Momenten größter Not zu helfen. Um ein besseres Verständnis für sein Leben und die emotionale Tiefe seiner Geschichte zu bekommen, sah ich mir auch den Film The Doctor from Kibbutz Be'eri – Daniel Levi Ludmir auf YouTube an. Er vermittelte mir einen persönlicheren Eindruck von der Hingabe und Menschlichkeit, die seine Arbeit und ihre Ausstrahlung geprägt haben.

Mit diesem Porträt wollte ich meinen tiefen Respekt vor seinem Leben sowie mein aufrichtiges Mitgefühl für seine Familie und für all jene zum Ausdruck bringen, die ihn lieben und seine Erinnerung lebendig halten.

Dieses Porträt ist meine Hommage an Daniels Leben und sein Andenken sowie an die unzähligen Leben, die er berührt, unterstützt und gerettet hat.

Porträt von Adrienne Neta

Zum Gedenken an Adrienne Neta

Dieses Porträt malte ich zum Gedenken an Adrienne Neta, die am 7. Oktober 2023 von der Hamas in ihrem Zuhause im Kibbutz Be'eri ermordet wurde.

Adrienne war eine geliebte und hochgeschätzte Hebamme am Soroka Medical Center. Geboren in Kalifornien, machte sie später Israel zu ihrer Heimat, wo sie mit Freundlichkeit, Einfühlungsvermögen und Professionalität Tausenden von Kindern auf die Welt half. Darüber hinaus war sie für ihr ehrenamtliches Engagement bekannt, unter anderem nach dem verheerenden Erdbeben in Nepal im Jahr 2015, und setzte sich auch nach ihrer Pensionierung weiterhin für andere Menschen ein.

Dieses Porträt entstand im Herbst 2025 und erreichte vor Kurzem Adriennes Familie. Als Vorlage hatte ich ein Foto erhalten, das Adrienne zeigte, wie sie ihr Enkelkind in einer kleinen Wanne badete. Zunächst zeigte das Foto die beiden in einem Innenraum.

Dann begann ich, mich mit Adriennes Leben zu beschäftigen. Je mehr ich über sie erfuhr, desto stärker hatte ich das Gefühl, wie lebendig und voller Kraft sie gewesen sein muss. Es fühlte sich nicht mehr richtig an, sie in einem Innenraum darzustellen. Also begann ich, mich mit den Landschaften rund um den Kibbutz Be'eri zu beschäftigen, und nach und nach nahm das Porträt Gestalt an.

Später teilte mir Adriennes Familie mit, wie tief sie das Porträt berührt habe und dass der Hintergrund perfekt zu Adrienne passe. Sie berichteten mir, dass Adrienne die Natur liebte und oft mit ihrem Fahrrad durch die Felder von Be'eri fuhr. Außerdem erzählten sie mir, dass sie Kopien des Porträts anfertigen lassen möchten, damit jedes ihrer vier Kinder ein Exemplar erhält. Es macht mich sehr glücklich zu wissen, dass das Porträt auf diese Weise in ihrer Familie weiterleben wird.

Mit diesem Porträt wollte ich Adriennes Herzlichkeit, ihre Stärke, ihre Fürsorge für andere und den liebevollen Moment zwischen ihr und ihrem Enkelkind würdigen.

Das in Tel Aviv ansässige Cafe Otef wird ausschließlich von Überlebenden des Hamas-Angriffs vom 7. Oktober betrieben. Die meisten Produkte stammen exklusiv aus dem Gazastreifen-Umfeld, und das Café bietet Gourmet-Schokoladen nach Rezepten von Dvir Karp – einem Chocolatier aus Re'im, der beim Massaker im Kibbutz getötet wurde, während er seine Kinder verteidigte.

Dvir-Karp-Porträt von Fanny Jung

Das vollständige Video

Ein Originalvideo von The Times of Israel

Erstellt von Eli Katzoff